2013-01-20

20.01.12

19.00 Uhr 

Die Dunkelheit liegt wie ein fein gewebtes Tuch über meinen Schultern und ich ziehe eine lange Schleppe hinter mir her. 
Die Kälte hatte mich empfangen, wie einen alten Freund, doch ich weiß: das ist nur Tarnung.
In Wahrheit will sie mich mit dem dunklen Umhang erwürgen und dann meine Gliedmaßen verschlingen.
Sie will mich tot sehen.
Denn sobald die Sonne untergeht, hat die Kälte nur noch töten im Kopf.
Ich höre Geräusche von Autos, Menschen, Schritte im Schnee. Sind es meine eigenen?
Panik.
Nackte, blanke Panik.
Ich sehe Schemen, wie sie zu Menschen werden und kurz darauf wieder mit der Dunkelheit verschmelzen.
Abbiegen. 
Es gibt auch andere Wege zu meinem Ziel. 
Von weitem höre ich sie. Johanna und ihr Freund.
Vielleicht ist auch Larissa dabei. Oder Luca.
Aber auch hinter mir sind Schritte. Ich will mich nicht umdrehen. Ich habe Angst davor, was ich sehen könnte.
Aber geradeaus kann ich auch nicht, wenn ich nicht auseinander gerissen werden will, wie ein Stück Fleisch von hungrigen Wolfsjungen.
Ich drehe mich um und sehe nichts, nichts als Dunkelheit und Fußspuren im Schnee. 
Aber ich kann nicht gehen. In meiner Jackentasche ist der Brief, wegen dem ich überhaupt aus dem Haus gegangen bin.
Er wiegt schwer in der Tasche und trotzdem beflügelt er mich auch irgendwie.
Ich nehme ihn heraus, lese meine unordentliche Handschrift auf dem Umschlag und fasse mir ein Herz.
Doch als ich mich wieder umdrehe um zum Briefkasten zu gehen, um mich Johanna und Luca zu stellen, sehe ich sie genau auf mich zukommen. 
Mal wieder habe ich gegen sie verloren. 


2 Kommentare:

  1. Meine Jades, ich liebe dich über alles!
    Du bist meine Viktoria und Bella und Zoe und alles zusammen.
    Sie können nur gegen dich verlieren, allein schon, weil sie niemals so vollkommen sein werden wie du!

    Deine Europa.

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  2. du bist eine klasse schreiberin, hör bloß niemals auf damit, bitte

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„The words were caught in my mind like in a golden cage, until someone opened the door and set them free.“