2013-02-20

Maskenball


Ihr setztet euch die schwarzen Masken auf.
Die mit den Federn. Die mit dem Samt und den Edelsteinen.
Ihr tanztet zur düstren Musik, in den Sälen aus Gold.
Mit euren schwarzen Röcken und schwarzen Kleidern und schwarzen Hemden und schwarzen Gewändern und die glänzenden schwarzen Schuhe.
Das klacken ihrer Absätze erfüllte den Raum, bis hin zu den stuckverziehrten Decken, die so unerreichbar hoch lagen.
Und wie ich euch dort tanzen sah, wollte ich meine gesamte jungendlich naive Freude auf euch werfen und euch bunt färben und glücklich.
Trug selbst mein schönstes Gewand aus blauen, gelben, roten, bunten Federn, flog wie ein Paradiesvogel durch den Saal.
War unbekümmert.
Nicht unbelastet, nicht unbeschmutzt, aber unbekümmert.
Ich trug keine Maske, wollte mich nicht verstecken.
„SEHT HER!“, schrie ich. „SEHT MICH AN; WIE SCHÖN ICh BIN! WIE PERFEKT ICH ICH BIN! DAS BIN ICH!“ Ich schrie es so laut, dass ihr alle eure Köpfe hobt und mich auslachtet. 
Da wurde mir bewusst, dass es manchmal besser ist eine Maske parat zu haben.
Eine schwarze aus Samt, mit Federn und Edelsteinen.
Für den großen Maskenball.

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„The words were caught in my mind like in a golden cage, until someone opened the door and set them free.“