Mama stellt Tee neben mich, nimmt benutzte Taschentücher, leere Wasserflaschen und Tablettenverpackungen mit. Sie wirft den Müll weg und gibt mir einen Kuss auf die Stirn. „Ich gehe jetzt einkaufen. Brauchst du noch was?“ Ich schüttle den Kopf. Zum reden tut mein Hals zu sehr weh. Sie seufzt und geht. Ich weiß es ist fies, aber es macht Spaß zu sehen wie sie etwas für mich tut, für mich allein.
Seit drei Tagen bewege ich mich nur zwischen Bett, Sofa und Klo hin und her. Mein Kopf fühlt sich an als könnte er jeden Moment explodieren und meine Kehle als hätte jemand Säure durch laufen lassen und danach mit einer großen Feile darin herumgeraspelt. Mir ist unglaublich warm, aber ohne meine extradicke Bettdecke ist es zu kalt.
Ich lese Bücher über Krebskinder und fühle mich schon fast selbst wie eins.
Mir ist irgendwie alles egal. Ob meine Freunde sauer auf mich sind weil ich nicht auf ihr Nachrichten antworte, ob ich an Magenkrämpfen sterbe, weil ich die ganze Zeit nur Schokolade und Tabletten esse.
Ich fänds cool wenn ich jetzt einfach tot sein könnte.
Ich hab nichts gegen mein Leben. Nicht wirklich. Aber ich hab mich nunmal in den Tod verliebt.

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„The words were caught in my mind like in a golden cage, until someone opened the door and set them free.“