2013-01-05

Ein Brief an mich

Hallo Jades,

so nennst du dich doch, oder? 
In den letzten Monaten ging es dir nicht gut, was?
Soll ich dir mal sagen wie es mir dabei ging? Hm? 
Du hast angefangen mich zu verstecken, hast versucht mich zu verbiegen.
Du hast langsam vergessen das ich existiere und hast dir eingeredet, dass du mich endlich geändert hast, dabei hast du mich nur weggeschlossen und den Schlüssel verlegt.
Du hast mich nicht mehr beachtet, nicht mit Schönheit und Liebe gefüttert, sondern dich den schwarzen Schatten hingegeben, die mir solche Angst machen.
Du hast sie in dich herein gelassen und sie haben an der Schublade gerüttelt, in der du mich eingeschlossen hast, um mich gänzlich zu vertreiben. 
Du dachtest du könntest sie kontrollieren, aber das kannst du nicht. Niemand kann das.
Du hast mir wehgetan. Hast meine Arme aufgeschnitten, als du gemerkt hast, dass ich noch da bin, noch lebe.
Du hast die schwarzen Schatten sich an deinem Blut ergötzen lassen bis du den Schmerz nicht mehr gespürt hast.
Aber meine Schmerzen sind nicht vergangen. Du hast große Narben hinterlassen.
Liebst du mich denn nicht mehr?
Warum hasst du dich selbst.
Ich vermisse dich. Wirklich. Ich vermisse wer du warst, wie du mit mir geredet hast und mich behutsam wie ein Küken versorgt und geliebt hast.
Bitte komm zurück und befreie mich. Lass mich aus der dunklen Schublade heraus. 
Verbanne die schwarzen Schatten aus deinem Kopf und deinem Herzen.
Sie sind es nicht wert geliebt zu werden, aber du bist es.
Und obwohl du mir so weh getan hast, liebe ich dich immer noch.

In Liebe
dein Innerstes


Ich würde, wenn ich den Schlüssel finden würde, aber die schwarzen Schatten versperren die Sicht.
Ich werde ihn finden, aber dazu muss ich erst meine Augen öffnen und das Licht sehen.
Danke, Scarlett

2 Kommentare:

  1. Sehr berührend. Es ist ein großer Schritt, dass du erkanntest, welches Unrecht du dir selbst antust. Ich wünsche dir von Herzen, dass es dir gelingt, die Schatten zu vertreiben und den Schlüssel zu finden.

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„The words were caught in my mind like in a golden cage, until someone opened the door and set them free.“